Rückblick Tagung 2024: Selbstmanagement und Motivation bei chronischer Überlastung
Wertvolle Impulse zu mehr Resilienz
Am Nachmittag des 4. November haben wir uns dem Thema «Selbstmanagement und Motivation bei chronischer Überlastung» gewidmet. Über 40 Teilnehmende haben an der Tagung der Gruppe SBK 60plus Bern im Lindenhofspital teilgenommen.
Zuerst hat die Leiterin der Gruppe SBK 60plus Bern, Elisabeth Vogt, die Tagung eröffnet und in das Programm eingeführt. Anschliessend hat Michèle Giroud, Leiterin Weiterbildung und Mitglied der Geschäftsleitung SBK Bern, die Teilnehmenden begrüsst und Heidi Vogel, Mitglied der Gruppe SBK 60plus Bern hat uns einen Einblick gegeben, wie und warum das Thema «Selbstmanagement und Motivation bei chronischer Überlastung» gewählt worden ist. Denn der Druck auf die Pflegenden hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen und so ist das Interesse gross, wie man seine Resilienz stärken kann, um dem zunehmenden Stress zu begegnen. Ganz treffend meint sie: «Jede/Jeder muss sich fragen, will ich warten bis sich in meiner Organisation etwas ändert oder ändere ich etwas an meiner Einstellung?»
Frau Prof. Dr. Anja Ostendorp, Leiterin Institut Beratung, Mediation, Supervision der BFH, hat uns mit ihrem Referat «Innere Haltung, Resilienz und Konfliktkompetenz im komplexen Arbeitsalltag» wertvolle Strategien vermittelt, wie wir unsere innere Stärke kräftigen, damit wir den komplexen Pflegealltag besser bewältigen können.
Zuerst hat Anja Ostendorp beleuchtet, was Resilienz überhaupt ist. Einfach gesagt ist es das Immunsystem der Psyche. Wir sind Schritt für Schritt in die Materie abgetaucht und haben uns die Rahmenbedingungen auf der organisatorischen Ebene und im Team angeschaut. Wichtig dabei sind eine wertschätzende Teamkultur, der Austausch untereinander und das gegenseitige Vertrauen. Zusammengefasst nennt man das die psychologische Sicherheit. Damit ist gemeint, dass sich alle offen äussern können, ohne abgewiesen oder negativ sanktioniert zu werden.
Frau Ostendorp meint: «Auf der individuellen Ebene ist die Beziehungspflege, Zuversicht, ein realistisches Selbstbild, ein gesundes Selbstvertrauen und die Erholung zentral. Was kann ich tun, um meine Widerstandsfähigkeit im Umgang mit Stressfaktoren zu steigern? Wie kann ich mich erholen? Wie komme ich in diese innere Haltung rein?». Ihr Lösungsansatz sind folgende Leitfragen:
- Für wen oder was mache ich das?
- Will ich das?
- Was braucht es und worein investiere ich meine Energie?
Anja Ostendorp fasst zusammen: «Wenn ich an mein Tun glaube und Sinn darin sehe, dann geht es einem besser.» Vor der Pause haben wir eine weitere hilfreiche Strategie kennengelernt. «Love it, change it or leave it». Frau Ostendorp meint: «Ich muss meine Handlungsspielräume kennen und einschätzen können, ob ich was ändern kann oder nicht. Wenn ich nichts ändern kann, muss ich entscheiden, ob ich das annehmen will oder nicht. Jede:r einzelne muss das für sich entscheiden.»
Ein weiterer wichtiger Baustein dabei ist der Aufbau der Konfliktkompetenz. Wenn man die nicht hat, führt zunehmender Stress zu Dünnhäutigkeit und dies wiederum führt zu mehr Konflikten. Diesen Teufelskreis muss man durchbrechen.
In der Pause wurde angeregt diskutiert und dabei haben wir die selbstgebackenen Köstlichkeiten von Marianna Iff und Beatrice Brügger, beide Mitglieder der SBK 60plus Bern genossen.
Im interaktiven Teil nach der Pause haben wir Fragen und Beobachtungen diskutiert. Eine Beobachtung war z.B., dass je erschöpfter man ist, umso schwieriger wird es, sich wieder zu erholen. Wenn man sich in einem solchen Zustand befindet, soll man sich entweder Hilfe holen oder Abstand generieren. Mit Abstand generieren ist gemeint, dass man die Situation ein Jahr weiterdenken soll und dann schaut, ob es immer noch dieselbe Relevanz hat. Eine weitere Beobachtung ist, dass extrinsische Motivation ermüdend ist. Hingegen sind Lob und konstruktives Feedback natürlich sehr wertvoll und bauen auf.
Wie kann eine Führungsperson Resilienz im Team fördern? Grundlage ist ein vertrauensvolles Setting. So sollen z.B. Konflikte mit geeigneten Coachings gelöst werden. Ebenso sind Weiterbildungen der Führungspersonen und der Teammitglieder oder gut begleitete Workshops gute Ansätze.
Den Abschluss hat Michèle Giroud mit Informationen zur Sektion SBK Bern gemacht. Dazu gehörten die aktuellen Aktivitäten und Informationen zu vergangenen und künftigen Anlässen, zur Verbandsarbeit und natürlich zu den tollen Weihnachtsangeboten, welche den Mitgliedern geboten werden. Danach hat Elisabeth Vogt noch einige Informationen zu den Aktivitäten der Gruppe SBK 60plus Bern mit auf den Weg gegeben. Dazu gehören die monatlichen Café-Treffs, der Herbstausflug im September und natürlich die Tagung im kommenden Jahr. Dankend haben wir Marianna Iff verabschiedet. Sie hat in den vergangenen Jahren wertvolle Dienste für die Gruppe SBK 60plus Bern geleistet. Marcus Bütschi und Jolanda Rubin werden ihre Aufgaben künftig übernehmen. Interessierte Pflegende ab 55 Jahren, welche sich für die Gruppe SBK 60plus engagieren möchten, können sich gerne via E-Mail: verbandextra@sbk-be.ch melden.
Mit Lösungen, wichtigen Impulsen und einem guten Gefühl machten wir uns auf den Heimweg. Jede:r von uns hat nun gute Impulse erhalten, die Resilienz - das Immunsystem der Psyche - zu stärken.
Impressionen der Tagung SBK 60 plus



















